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Mülheimer Hafen-Geschichte  
   
Für lange Zeit war der Werdegang der Ortschaft Mülheim eng mit der Ruhrschiffahrt verbunden. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wurde die unterhalb Mülheims schiffbare Ruhr als Wasserstraße genutzt. Dominierendes Transportgut war damals natürlich die Kohle, die von den umliegenden Zechen per Fuhrwerk nach Mülheim gebracht und dort für den Weitertransport auf Schiffe umgeladen wurde. Zwischen 1776 und 1780 wurde die Ruhr mit der Einrichtung von 16 Schleusen zum Schiffahrtsweg ausgebaut. Der Kohletransport stieg in der Folge sprunghaft an und machte die Ruhr für Jahrzehnte zur meistbefahrenen Wasserstraße Europas. Mit dem Wegfall des Kohleumschlags durch die nun möglich Verladung in unmittelbarer Nähe der Zechen bestand in Mülheim für längere Zeit kein Bedarf mehr für einen eigenen Hafen, obwohl Mülheimer Schiffseigner weiterhin den Kohletransport auf der Ruhr und dem Rhein dominierten.
Erst 1845 wurde auf Initiative der Mülheimer Kaufmannschaft der zweite Mülheimer Hafen eröffnet, der aber schon bald durch die zunehmende Konkurrenz des sich rasch ausdehnenden Eisenbahnnetzes wieder an Bedeutung verlor. Mit der 1890 erfolgten Einstellung der Frachtschiffahrt auf der Ruhr wurde auch dieser Mülheimer Hafen aufgegeben.
Doch bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es erneute Bestrebungen der Anliegergemeinden, die Ruhr wiederum als Transportweg auszubauen. Der 1. Weltkrieg verzögerte jedoch die Realisierung dieser Pläne, so dass erst 1927 der neue Ruhr-Schiffahrtskanal sowie die Schleuse und das Wasserkraftwerk Raffelberg in Betrieb genommen werden konnten.
Im gleichen Jahr wurde auch der noch heute bestehende neue Mülheimer Hafen mit seinen beiden Hafenbecken - bezeichnet als Nordhafen und Südhafen - eröffnet. Die wirtschaftlich schwierigen 30er Jahre verzögerten jedoch die erhoffte Entwicklung des Verkehrsaufkommens. Erst kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs stieg der Umschlag - hauptsächlich Erz, Schrott, Grubenholz und Maschinen - wieder deutlich an, bis mit der Sprengung der Ruhrbrücken zum Endes des Krieges Schiffahrt und Hafenbetrieb völlig zum Erliegen kamen.
Von den Zerstörungen der Kriegszeit erholten sich Ruhrschiffahrt und Hafen nur langsam. Erst Ende der 50er Jahre wurden wieder die Beförderungsleistungen der Vorkriegszeit erreicht und übertroffen, kurz bevor die einsetzende Stahl- und Kohlenkrise die Hoffnungen auf eine neue Blütezeit der Frachtschiffahrt auf der Ruhr zunichte machte.
Mit dem in den 60er Jahren einsetzenden Strukturwandel wandelte sich auch die Bedeutung des Hafengebiets für die Stadt Mülheim. Mehrfach wurden in den letzten Jahrzehnten brachliegende Flächen für die Neuansiedlung von Gewerbebetrieben erschlossen, so dass heute in über 100 Betrieben mehr als 6000 Beschäftigte im Gewerbegebiet um den Rhein-Ruhr-Hafen Mülheim ihren Arbeitsplatz haben.

Galerie
Bevor wir uns der Hafenbahn zuwenden, möchte ich mit dieser Galerie schon einmal ihr Einsatzgebiet und ihren Alltagsbetrieb von den Hafenbecken und dem umliegenden Gewerbegebiet bis hin zum Hafenbahnhof im Bild vorstellen.
  Nordhafen 080301 Nordhafen 080302 Nordhafen 080303 Nordhafen 080304  
Schleuse Raffelberg 080311 Hafenschild 080312 Südhafen 080313 Südhafen 080314 Südhafen 080315
Timmerhellstraße 080321 Anschluß DHC 080322 Timmerhellstraße 080323 Gewerbeallee 080324 Gewerbeallee 080325
Anschluß DHC 080331 Rheinstraße 080332 Weseler Straße 080333 Weseler Straße 080334 Weseler Straße 080335
Rheinstraße 080341 Hafenbahnhof 080342 Hafenbahnhof 080343 Hafenbahnhof 080344 Die Neue: 212 309-9 080345

Die Hafenbahn
Mit der Eröffnung des neuen Mülheimer Hafens nahm 1927 auch die dazugehörende Hafenbahn ihren Betrieb auf. Anfangs standen zur Bedienung des Hafens und der rund 25 Firmen mit Gleisanschlüssen drei Dampflokomotiven zur Verfügung. Mit dem Ansteigen des Verkehrsaufkommens wurden weitere, leistungsfähigere Dampflokomotiven beschafft, die bis in die Nachkriegszeit das Bild der Mülheimer Hafenbahn prägten.
Mit dem Beginn der Erschließung neuer Gewerbeflächen in den 60er Jahren wurde neben dem Ausbau des Straßennetzes auch die Hafenbahn durch Erneuerung der Gleisanlagen und die Beschaffung von 3 leistungsfähigen Diesellokomotiven modernisiert. Auch die Einrichtungen des Hafenbahnhofs wurden auf den aktuellen Stand gebracht und schließlich 1971 die alte Werkstatt durch eine neue Mehrzweckhalle ersetzt, die neben der Wartung und Unterhaltung der Fahrzeuge der Hafenbahn auch als Werkstatt für die Schiffe der Weißen Flotte genutzt wird.
Anfang der 90er Jahre erschien mit der Lok 8 die erste dieselelektrische Lok, die heute meist als Planlok eingesetzt wird. Zur Ablösung der Dieselloks aus den 60er Jahren wurde dazu noch eine dieselhydraulische Henschel-Lok beschafft. Regelmäßige Gäste im Hafenbahnhof waren die DB-Loks der BR 294 und 218, die für die Übergabefahrten von Duisburg-Hochfeld eingesetzt wurden. Seit November 2003 fährt die Hafenbahn diese Übergaben mit eigenen Personalen und einer angemieten Lok selbst.


+/27.07.04