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Obus-Planungen  
   
In der Zeit vor und besonders in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg erlebte der Obus in Deutschland eine kurze Blütezeit. Die Attraktivität dieses Verkehrmittels lag für viele Betriebe auf der Hand, hatte man hier doch die Vorteile des im Straßenbahnbetrieb seit Jahrzehnten bewährten elektrischen Antriebs ohne die Kosten der für die Straßenbahn erforderlichen Gleisanlagen.
Letztlich war es die gleiche Rechnung zu den Infrastrukturkosten, die den Obus in den meisten Städten nach nur kurzer Zeit wieder verschwinden ließ. Mit der stetigen Weiterentwicklung der Omnibusse mit Verbrennungsmotoren bestand schon bald kein Bedarf mehr für ein Verkehrsmittel, welches das gegenüber Straßenbahnen geringere Platzangebot von Bussen mit den Kosten für die erforderliche Fahrleitung kombinierte.

Auch Mülheim plante in dieser Zeit die Einrichtung von Obus-Linien. Schon Ende 1945 wurde eine erste Strecke vom heutigen Hauptbahnhof über die Schloßbrücke, Waldschlößchen, Nachbarsweg und Oemberg nach Selbeck projektiert. Die Linienführung bis Waldschlößchen entsprach der bestehenden Straßenbahnlinie zum Uhlenhorst. Folgerichtig sollte die Straßenbahn aufgegeben und auch der Abzweig zum Uhlenhorst mit Obussen bedient werden. Eine weitere Strecke sollte bei der Haltestelle Kirchstraße abzweigen und durch Speldorf bis zum dortigen Friedhof verlaufen.

Im Endausbau hätte die damalige Planung das Ende für alle Straßenbahnlinien links der Ruhr bedeutet: auch für die Mülheimer Strecke zum Klostermarkt in Saarn und sogar für die Strecke der Duisburger Straßenbahn durch Speldorf war die Umstellung auf Obus-Betrieb vorgesehen. Rechts der Ruhr sollte es nach diesen Planungen vorerst nur eine Obus-Strecke von der Stadtmitte über Wilhelmplatz zum Oppspring geben - auch diese als Ersatz für eine bestehende Straßenbahnlinie.
Mülheims Obus-Planung Die geplanten Mülheimer Obus-Strecken

Rot gezeichnet sind die Strecken, auf denen der Obus Straßenbahnlinien ersetzt hätte

Grün dargestellt sind die Verbindungen, die durch den Obus neu entstanden wären.

Grau sind die im Innenstadtbereich weiterhin bestehenden Straßenbahnlinien angedeutet.
Obwohl bereits drei Henschel-Fahrgestelle sowie Masten und Material für die Fahrleitung angeliefert waren, kam es nie zum Bau der projektierten Obus-Strecken. Zum einen fehlten die erforderlichen Mittel, zum anderen verkehrte in der für den Obus geplanten Verbindung nach Selbeck ab dem Frühjahr 1946 die erste Mülheimer Omnibuslinie.

Es folgten weitere Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit des Obus-Projekts, die 1948 schließlich zur Aufgabe der Planung führten. Die vorhandenen Fahrgestelle wurden nach Wiesbaden abgegeben und das Fahrleitungsmaterial nach Bielefeld verkauft.

Quelle:
BtMH:   90 Jahre Straßenbahn Mülheim an der Ruhr



+/03.01.05