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Busverkehr in Mülheim  
   
Wie schon bei der Straßenbahn wurde auch die erste Buslinie auf Mülheimer Gebiet von einem auswärtigen Verkehrsunternehmen betrieben. Durch die kriegsbedingte Einstellung dieser Buslinie der Düsseldorfer Rheinbahn verloren die Oembergsiedlung und Selbeck ihre einzige Anbindung an die Mülheimer Innenstadt.
Um diesen Mißstand abzustellen, hatten die Betriebe der Stadt schon 1945 bei der britischen Militärverwaltung die Genehmigung zur Einrichtung einer eigenen Buslinie in dieser Relation beantragt, die bereits im Dezember 1945 erteilt wurde. Nachdem auch die deutschen Behörden zugestimmt hatten, wurde am 19.03.1946 der Busverkehr aufgenommen.
Noch im gleichen Jahr ging am 05.08.1946 mit der Verbindung Stadtmitte - Heimaterde eine weitere Buslinie in Betrieb. Wenig später wurden die beiden Strecken zu einer durchgehenden Buslinie zusammengefasst.

Am 23.10.1949 begann mit der Eröffnung der Buslinie über Dickswall, Essener Straße und Walkmühlenstraße zur Fischenbeck, der Einrichtung einer Buslinie über Broich und Waldschlößchen zum Oemberg und der Änderung des Linienwegs der Selbecker Buslinie der Aufbau des Mülheimer Busnetzes.
Im folgenden Jahr wurde die erste über die Stadtgrenzen hinausführende Buslinie nach Kettwig eröffnet, die wegen des starken Ausflugsverkehrs schon bald als einzige Mülheimer Buslinie von Bussen mit Anhängern bedient wurde. Ende 1950 ging mit der Linie Speldorf Friedhof - Stadtmitte das erste Teilstück der noch heute meistgenutzen Buslinie 24 in Betrieb.
Die bedingt durch den zweiten Weltkrieg eingestellte Busverbindung nach Düsseldorf wurde 1952 als Gemeinschaftslinie zwischen Bf. Eppinghofen (heute Mülheim Hbf) und Düsseldorf Hbf zusammen mit der Rheinbahn wieder aufgenommen. Zum Jahresbeginn 1953 erhielt das Hafengebiet mit einer neuen Buslinie zur Raffelbergschleuse eine bessere Anbindung an die Innenstadt.

Zu einem besonders langwierigen Unterfangen geriet die geplante Einrichtung einer neuen Buslinie von der Zeche Humboldt in Heißen über Dümpten, Oberhausen und Raffelberg zur Monning. Diese sollte zum einen den Berufsverkehr zu den damals noch bestehenden Zechen und Industriebetrieben verbessern, zum anderen den auswärtigen Besuchern des Solbads am Raffelberg die Anreise erleichtern. Wiederholte Einsprüche der Bundesbahn verhinderten diese Line über Jahre bis endlich im Dezember 1954 die Betriebsaufnahme erfolgen konnte.

Die Komplettierung des Mülheimer Busnetzes in den folgenden 15 Jahren brachte die ersten Umstellungen von Straßenbahnlinien auf Busbedienung mit sich. War im Jahr 1951 die sich ausweitende Besiedlung im Stadtteil Dümpten noch Anlaß für eine neue Straßenbahnstrecke zur Talstraße gewesen, erfolgte 1960 die weitere Erschließung zum Heidkamp als Buslinie.
Die Verlängerung dieser Linie zur Wehrstraße in Oberhausen brachte das Aus für die kurze Pendellinie der Straßenbahn zwischen Auf dem Bruch und Wehrstraße. Auslöser für die Umstellung war die beginnende Stillegung des Oberhausener Straßenbahnnetzes, die mit der Oberhausener Linie zur Wehrstraße ihren Anfang nahm.
1966 wurde durch die Oberhausener Straßenbahn der Gemeinschaftsbetrieb auf der Straßenbahnlinie 1 aufgegeben. Die dafür von der Grenzstraße zum Bahnhof Styrum verkehrenden Busse übernahmen auch die Bedienung der im gleichen Jahr stillgelegten Strecke der Mülheimer Straßenbahn zwischen Friesenstraße und Raffelberg.

Der Stadtteil Saarn verlor in dieser Zeit gar sämtliche schienengebundenen Verkehrsmittel. Kurz nachdem die Bundesbahn den Personenverkehr auf der Bahnlinie von Mülheim-Styrum über Broich und Saarn nach Mintard und Kettwig zugunsten einer am Mülheimer Hauptbahnhof beginnenden Bahnbuslinie aufgegeben hatte, wurde 1968 auch die Straßenbahnlinie zum Klostermarkt in Saarn stillgelegt und durch Busse ersetzt. Die seinerzeit für die Zukunft als Ersatz geplante neue, vom Heuweg ausgehende, Straßenbahnstrecke, die auch das Neubaugebiet Saarner Kuppe erschließen sollte, wurde bis heute leider nicht verwirklicht.

Genau anders herum ging es dann 1979 bei der Inbetriebnahme der Stadtbahnlinie U18: neben der Straßenbahnlinie 108 wurde auch die direkte Buslinie 138 zwischen der Innenstadt und Heißen aufgegeben. Die übrigen durch Heißen und die Heimaterde verlaufenden Buslinien wurden entsprechend ihrer neuen Funktion als Zubringerlinien zur Stadtbahn auf den Verknüpfungspunkt Heißen Kirche ausgerichtet.

Die folgenden Jahre bis hin zur Gegenwart waren dann vor allem durch eine kontinuierlich Anpassung des Mülheimer Busnetzes an die sich durch die Erschließung neuer Wohngebiete und die Einrichtung neuer Schulzentren wandelnden Verkehrsbedürfnisse in den Stadtteilen geprägt. Heute sind die Buslinien ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Mülheimer ÖPNV-Netzes und, wie die Neuordnung des Nachtnetztes im Sommer 2004 zeigt, ein wichtiges Instrument im Bemühen, den öffentlichen Nahverkehr auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten für eine steigende Zahl von Fahrgästen attraktiver zu gestalten.

Quelle:
BtMH:   90 Jahre Straßenbahn Mülheim an der Ruhr



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